12 May, 2007...11:18

Mann (mit) ohne Bart

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Jaja, lang ists her, als ich mich das letzte mal um den Weblog gekümmert habe. Ich hatte eigentlich tatsächlich vor, fleißig weiterzuschreiben, auch von zu Hause aus. Aber naja…..wie das Leben eben so spielt….
Folgenden Eintrag habe ich eigentlich schon in Indien geschrieben und ihn aber nie veröffentlicht weil er noch nicht ganz fertig war. Na dann eben jetzt….

Das ist Babalu:

Ja, der heisst tatsaechlich so. Und der huebsche junge Mann neben ihm ist mein Nino (fuer diejenigen wenigen, die ihn noch nicht kennen).

Babalu hab ich vor 8 Jahren hier in Arambol kennengelernt. Damals hat er noch als Kellner in unserem damaligen Stammlokal Om Ganesh gearbeitet. Da war er 24.
Allerdings traegt er seit eh und je einen Schnauzer. Ich fand den von Anfang an ganz schrecklich – für mich gibts es nichts, was einen Schnauzer in Punkto Unattraktivität schlagen könnte – und habe gemeint dass der ihn bloss alt aussehen laesst.
Ueber ein Monat war ich damals hier und jeden Tag zum Abendessen habe ich aufs neue die Diskussion entfacht er solle sich doch diesen doofen Bart abrasieren.

Die Inder sind da allerdings ein bisschen eigenartig. Fuer sie gilt ausnahmslos: wer keinen Bart hat, ist eine Frau. Und so tragen sie die Härchen im Gesicht, die sie pflegen wie ein Brite seinen Rasen im Vorgarten, mit großem Stolz. Also hat Babalu sich vehement dagegen gestreubt sich von seinem Schnauzer zu trennen.
Trotzdem wollte ich es nicht aufgeben.

Dann kam sein Vorschlag: Wenn ich mir die Haelfte meiner Haare kurz schneiden lasse, rasiert er sich eine Seite seines Bartes. Ich hab tatsaechlich darueber nachgedacht drauf einzugehen aber nein – dann war ich doch zu eitel dafuer.
Sein zweiter und letzter Kompromiss: Sollte ich jemals wiederkommen, zieht ers durch.
Das war 1999.
Der Gute hatte nicht damit gerechnet dass ich nur 2 Jahre spaeter ploetzlich auftauche. Da hatte er sogar schon mit seinem Bruder gemeinsam ein eigenes Restaurant hier, das es jetzt immer noch gibt.
Und da stand ich mit einem breiten Grinser im Gesicht und er wusste sofort worum es ging.

Dann der große Moment… und tadaaaa: Ohne jeglichen Kommentar erschien er am naechtsen Arbeitstag ohne seinen Schnauzer. Besonders glücklich schien er darüber jedoch nicht zu sein. Das ganze Dorf hatte ihn auf der Schaufel – der Ärmste. Und Paps und ich stellten fest, dass er eigentlich ohne Bart sowieso bescheuert aussieht. Aber Hauptsache war: ich hatte mich durchgesetzt. *g*

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