Ja, diesmal ist es tatsaechlich soweit. Ich wuerde euch gerne von einem ganz besonderen Tag erzaehlen.
Eigentlich ist es schon ein Weilchen her aber ich kann mich noch sehr gut an das Gefuehl erinnern, das ich hatte, als ich an diesem 9.2., dem Geburtstag meines Vaters aufwachte.
Erstmal tief durchatmen. Den Tag langsam beginnen. Nicht gleich die Augen oeffnen. Mentale Vorbeireitung auf das Bevorstehende. Ein langer Weg liegt hinter mir. Nur keine Eile.
Der erste Blick nachdem ich dann doch die Augen oeffnete fiel auf das Foto von Heinz dass ich auf meinem kleinen mit Blumen geschmueckten Altar stehen hatte. Ja, heute ist es so weit, Papa.
Ich denke ich war beim Fruehstueck eher ruhig. Mir war nciht nach viel Sprechen zu Mute, eher nach viel Nachdenken. Nach dem Essen kam auch schon meine Blumenbestellung. Ein wunderbares gelb, pink, weiss, orangenes Blumenmeer, das wir gleich ins Kuehle brachten. Ansonsten war die Organisation fuer den besonderen Tag abgeschlossen. Wir packten gegen 3 unsere Sachen und Nino, Krisi und ich brachen auf in den Dschungel. Wir hatten uns alle ein wenig huebsch gemacht fuer diesen Tag und bepackt mit einem gigantischen Sack voller Blumenketten, einem kleinen Soundsystem und vielen Raeucherstaebchen machten wir uns auf den Weg.
Petra, die momentan diesen Platz im Dschungel bewohnt, hatte uns schon erwartet. Sie war natuerlich aufgeklaert ueber unser Vorhaben und war nun endgueltig bereit ihr neues zu Hause auf Dauer mit unserem Daji zu teilen.
Die Stelle hatten wir bereits ausgesucht: Ein kleiner ebener Platz, umringt von jungen Baeumchen mit gutem Ueberblick auf den restlichen Platz. Ein wenig ausserhalb und doch zentral.
Nino tat sich die harte Arbeit an, ein kleines Loch auszuheben. Kristina und ich schmueckten waehrenddessen den Platz des Geschehens.
Als wir fertig waren, hoerten wir es bereits im Gebuesch rascheln. Der Rest der Familie war unterwegs. Nach kurzen Orientierungsproblemen trafen sie ein und mit ihnen unser Hauptgast. Andi war derjenige, der die ehre hatte, die Asche an ihren Bestimmungsort zu bringen.
Petra verabschiedete sich von uns, da sie im innigen Familienkreis nicht stoeren wollte. Ich hatte ihr angeboten zu bleiben aber sie meinte dass das schon so in Ordnung sei.
Lange sassen wir alle schweigend da. Es musste nichts gesagt werden.
Dann wurde das extra fuer diesen Tag vorbereitete Zeremonien-Chillum umhergereicht und Andi las Auszuege aus Texten, die Heinz geschrieben hatte. Sie heissen “Von mir an mich”. Die Textpassagen, die Andi ausgewaehlt hatte, gaben sehr gut die Hauptgedanken wieder, mit denen sich Heinz beschaeftigt hatte. Ich erkannte in ihnen seinen Wortlaut wieder. Es war mir beinahe, als waere es seine Stimme, die uns diese Dinge erzaehlte. So oft hatte er versucht mir seine Ansichten nahezubringen. Ich moechte nciht sagen, dass er daran gescheitert ist. Nein, ist er nicht. Aber es war wie damals, als er mir noch selbst gegenuebersass – ein Wechselspiel aus Zustimmung und Ablehnung.
Danach sassen wir noch eine Zeit lang ansaechtig da. Schweigend.
Ich war die erste, die sich erhob um mich an sein neues zu Hause setzen. Die Urne stand bereit.
Sanfte Musik lief im Hintergrund. Langsam gesellten sich alle zu mir.
Nachdem ich die Asche ausgestreut hatte, legte jeder noch ein kleines Geschenk dazu.
Ich hatte ihm eine seiner Lieblingsblumen mitgebracht – Frangipani. Es war die gleiche Blume,die ich auch im Haar trug. Dazu eine kleine Schriftrolle.
Nino legte eine schoene Muschel dazu, in die er ein Briefchen gesteckt hatte.
Kristina, Mama und Tini hatten ebenfalls einen Brief geschrieben.
Christa legte eine Hoelzerne Schlange dazu – ein Symbol, das sie mit ihm verband.
Andi, Harald und Helmut legten die Scherben des Zeremonien-Chillums hinein, das sie zuvor zerbrochen hatten.
Gregor, Mareen und Betty zuendeten jeder ein Raeucherstaebchen an.
Anschliessend streute jeder von uns eine handvoll Erde darueber.
Alles ohne Worte.
Es war eien sehr schoene Zeremonie mit einer dermassen beruehrenden, innigen Atmosphaere dass wir sogar diesem eigentlich traurigen Akt viel Positives abgewinnen konnten.
Die Stelle schmueckten wir anschliessend mit weiteren Blumenkraenzen.
Langsam aber doch verliessen wir den Platz wieder. Die erste Aufgabe war erfuellt – und das in einer Art und Weise wie wir uns das schoener gar nicht vorstellen haetten koennen.
Nun war der zweite Part dran: Ein rauschendes Fest hatte Heinz sich gewuenscht…und so sollte es geschehen.
Rechzeitig zu Sonnenuntergang kamen wir in das Restaurant unseres langjaehrigen Freundes Rama. Erst wurde das ganze Lokal mit Blumenketten geschmueckt – schliesslich waren noch einige davon ueber. Wir stellten eine grosse Tafel auf und warfen das Soundsystem an.
Schon bald herrschte ausgelassene Stimmung.
Zuerst wurde gefuttert und dann gefeiert.
Hier ein paar Impressionen von diesem speziellen Abend:
Das Dreimaederlhaus beim Kichern…. (v. l. n. r.: Betty, Mareen und Krisi)
Nino und Andi beim Kudern und Kitzeln
Meine Wenigkeit (ich gebe zu…nicht unbedingt das beste foto von mir aber was solls)
Unsere Ladies Tini und Christa
Haribaba in erhabener Glueckseligkeit
Unsere Mutter Maria und der hier beheimatete Hammock Andi aus Austria
Und last aber mit Sicherheit nicht least unser Aussenkorrespondent in Indien: Helmut
Und das hier war die uns an diesem Abend zur Verfuegung stehende Crew:
Kleine Information am Rande…zum Erstaunen einiger Beobachter begruesst und jeder Einzelne dieser Jungs seit jenem Abend mit “Servaaas”.
Geendet hat die Nacht mit einem atemberaubenden Feuerwerk am Strand, einem Nacht-Nacktschwimmgang von Nino und mir und einigen Bierchen am extra fuer uns gezuendeten Lagerfeuer.
Na, Paps…des woa wos, goe?
ps: Fuer diejenigen, die noch nicht genug gesehen haben. Ja, es gibt Fotos von der Zeremonie selbst. Aber sie sind nicht digital und das ist auch ok so. Da das seht persoenliche Erinnerungen fuer uns alle sind wollte ich sie nicht einer breiten Masse zugaenglich machen. Einige von euch werden diese Bilder selbstverstaendlich sehen duerfen wenn wir einander wieder Aug in Aug gegenuebersitzen.
In diesem Sinne
Namaste
und bis bald
eure Nini
1 Comment
1 March, 2007 at 21:04
hi nini, kopfwehgeplagte mom hat sich ueber deinen bericht sehr gefreut–, hast die stimmung sehr realistisch wiedergegeben,, ich war dabei und es war ein trauer- und ein geburtstagsfest, das einzigartig war !
ich hab bilder vom nino, als er rama´s huette schmueckte, die sind super geworden,,,freu mich schon sie dir zu zeigen….
der flug nach indien scheint mir ziemlich zugesetzt zu haben, es dauert seine zeit, bis ich wieder die alte bin!
dass ich nicht ganz fit in indien war, das war nicht zu verbergen. dass ich dennoch sehr viel an positives nach haus genommen habe, war die reise wert. allein dass die krisi ihr kopfstechen in indien zurueckgelassen hatt… freu mich fuer die kris extrem, viel ,,,
moecht unbedingt bemerken, dass die christa den kleinen salamander im auftrag von rudi der asche von heinz beigefuegt hat. ist mir ein besonderes anliegen, das zu bemerken..
nini und nino, habt es noch ganz schoen….
freu mich heftig auf euch und hab euch lieb
mom maria